PLDD - Percutaneous Laser Disk Denervation/Decompression
Prinzip der Behandlung:
Ein kleines Volumen des Nucleus pulposus wird verdampft, um eine Verringerung des intradiskalen Drucks zu erreichen (thermischer "Schrumpfungseffekt"). Die Verringerung des Volumens und des Drucks der pathologischen Bandscheibe induziert eine Verkleinerung des Bandscheibenvorfalls und damit eine Verringerung der Kompression der Nervenwurzeln. Außerdem führt sie zur Denervierung der Schmerzrezeptoren (nozizeptive Nerven) der eingewachsenen Nerven des Rückenbandes in dem Faserring. Zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen können schmerzhafte Facettengelenke in derselben Sitzung behandelt werden, um im Rahmen einer Kombinationstherapie eine noch größere Linderung zu erzielen. Durch den Erhitzungseffekt erzeugt der Radiologe eine definierte Verengung der Bandscheibe. Die Verdampfung der Bandschеibеnflüssigkеit führt zu einer Verringerung des intradiskalischen Drucks. Die bei dieser minimal-invasiven Behandlung eingesetzte Laserenergie stärkt die Bandscheibe durch eine stimulierte Wundheilung (Veränderung der Kollagenstruktur). Die Neovaskularisierung der entzündeten Bandscheiben kann durch die Denervierung der Schmerzrezeptoren innerhalb des fibrösen Rings deaktiviert werden. Diese Behandlung dauert 10 bis 15 Minuten und wird ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Mittels Bildsteuerung im CT gelingt uns eine präzise Lokalisation und eine transparente Dokumentation der Behandlung.
Ziele:
Verringerung des intradiskalen Drucks, was zu einer geringeren Kompression der Nervenwurzeln führt.
Thermische Zerstörung der intradiskalen Nozizeptoren, die eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie eines schmerzhaften diskogenen Syndroms spielen.
Indikationen:
Bandscheibenvorfälle mit anschließender Foramenstenose
Diskogene Spinalstеnosе
Diskogene Schmerzsyndrome
Chronisches Syndrom der Iliosakralgelenke und -facetten
Kontraindikationen:
Nervenlähmung mit Indikation für offene Chirurgie
Systemische oder lokale Infektionen, bösartige Tumore
Antikoagulation
Spondylolisthesis/Instabilität (relativ)
sequestrierte Bandscheibe oder komplette Ruptur des Anulus fibrosus
Absolute knöcherne Spinalstenose oder Foramenstenose
Starke psychologische Störungen
Starke Verengung des Zwischenwirbelraums
Vorteile des minimal-invasiven PLDD-Verfahrens:
Keine Weichteilverletzung
Kein Risiko einer Epiduralfibrose oder Narbenbildung
Ambulante Behandlung
Durchführung in Lokalanästhesie oder Analgosedierung
Schnelle Erholungszeit
Geringere Kosten
Im hier gezeigten Video findet nach der Dekompression der Bandscheibe zusätzlich die Denervierung der segmentalen Facettengelenke der Lendenwirbelsäule statt. Dadurch verlängert sich die Prozedur entsprechend, reduziert jedoch den Aufwand gegenüber zwei getrennten Prozeduren.